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(SGR / FRE) 25. August 2006
Leben im Alter: Vielfältiger denn je
Tagung fokussiert aufs Thema „Im Alter wohnen“ / Zweitägige Fachkonferenz am 8./9. September in der Centralstation /
Kaum eine Frage wird uns aller Zukunft im 21. Jahrhundert so prägen, wie die nach der alternde Gesellschaft. Gab es 2003 in Darmstadt noch etwa 24.500 ältere Menschen über 65 Jahre in der Heinerstadt, werden es voraussichtlich 2030 bereits 40.000 sein.Neue Ideen und Konzepte für die zentrale Frage Wohnen und Leben im Alter sind gefragt: Eine zweitägige, hochkarätig besetzte Fachkonferenz in der Centralstation am Freitag, 8. September, und Samstag, 9. September, will dazu die dringend notwendigen Antworten liefern. „Die Stadt geht ganz bewusst auf diesem wichtigen Feld der aktiven Sozialpolitik neue Wege“, so Darmstadts Sozialdezernent Wolfgang Glenz. Glenz: „Es geht um ein menschenwürdiges, selbstbestimmtes Wohnen im Alter für alle.“ Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind herzlich zur Konferenz eingeladen.
Stell Dir vor, Du bist plötzlich alt – und hast Dir vorher keine Gedanken gemacht, was dann passiert: Die Tagung „“Im Alter wohnen – Neues wagen“ will da Abhilfe schaffen und widmet sich der Frage, wie wir im Alter leben wollen. Das Dilemma: Wir alle wollen länger leben, aber die Wenigsten wollen älter werden – der Jugendwahn unserer modernen Gesellschaft lässt grüßen.
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt gehört denn auch zu den Veranstaltern der spannenden, sich bewusst auch an interessierte Bürgerinnen und Bürger wendenden Fachkonferenz in der Centralstation. Schirmherr ist Oberbürgermeister Walter Hoffmann. Außerdem sind die Fachkonferenz Altenhilfe, die renommierte Darmstädter Schaderstiftung und die stadtnahe Bauverein AG Mitveranstalter der Tagung. „Wir wollen mit dieser Veranstaltung auch herausfinden, was die Bürgerinnen und Bürger im Alter eigentlich wollen“, so Dr. Wilma Mohr, Leiterin der städtischen Sozialverwaltung.
Mohr zur Zukunft der städtischen Altenhilfe: „Unser Ziel ist es, selbstbestimmtes Leben im Alter zu fördern, aber gleichzeitig auch neue Wege aufzuzeigen. Denn es gibt gerade in der Altenhilfe mehr Wege als einen.“
Die Stadt sieht sich folglich – so der Tenor seitens der Sozialverwaltung – als Koordinator der Tagung. Es gehe darum, Daten zu sammeln und den Dialog der Fachleute in Gang zu bringen. Man sei zuversichtlich, „dass jede Interessengruppe auf der Konferenz neue Impulse erhält.“
Mohr verwies auch darauf, dass es in Darmstadt zurzeit eine „Überkapazität an Pflegeheimen“ gebe. „Das ist beispielsweise ein gewohnter Weg der Altenhilfe, der heute nicht mehr so gefragt ist wie früher.“ Sie hoffe, „dass jede Interessengruppe auf der Konferenz neue Impulse erhält.“ Wichtig sei, dass die Veranstaltung keine Eintagsfliege bleibe, so der Tenor.
Frank Paratsch, der Vorsitzende der Fachkonferenz Altenhilfe, erklärte, die Bürgerinnen und Bürger müssten künftig „ein anderes Verständnis und mehr Eigeninitiative entwickeln. Es komme darauf an, in Zukunft neue Wege zu finden, neue Lebenskonzepte im Alter zu praktizieren. Paratsch: „Unser Anliegen ist es, Darmstadt auch in Zukunft für ältere Bürger lebenswert zu machen.“
Die Fachkonferenz Altenhilfe Darmstadt besteht seit 2000 und setzt auf den Austausch von Ideen, Konzepten bei der Altenhilfe, aber auch auf Planung und Koordination der Altenhilfeaktivitäten. Zudem berät die Fachkonferenz die Stadt in Planungsfragen. Mitglieder der Organisation sind Wohlfahrtsverbände und Kirchen, Ambulante Pflegedienste und Pflegeheime, die Stadt Darmstadt, der Seniorenrat, das Demenzforum und die AG Hospiz sowie das Gesundheitsamt, die Kassenärztliche Vereinigung, der Gesundheitsring der Ärzte und der Medizinische Dienst der Krankenkassen.
Dass sich auch die Bedürfnisse ans Wohnen im Alter grundlegend geändert haben, darauf verwies Dieter Emig von der BAUVEREIN AG: „Der Anspruch ans Wohnen hat sich geändert – heute gibt es nicht mehr DIE Alten.“ Kennzeichen des Trends beim Senioren-Wohnen: Eine neue, bunte Vielfalt. Emig dazu: „Daher gibt es eben auch unterschiedliche Anforderungen ans Wohnen. Es wird in Zukunft immer mehr Formen geben.“
Dem öffne sich auch eine stadtnahe Wohnungsgesellschaft wie der BAUVEREIN: Er verwies auf die „Wohnsinn“-Genossenschaft im Baugebiet K6, aber aufs Wohn-Art3-Projekt.
Dr. Kirsten Mensch von der angesehenen Darmstädter Schader-Stiftung, die viel zum Thema demografischer Wandel forscht, betonte, die neuen Angebote seien nicht nur für ältere Menschen, sondern auch für Jüngere und Familien interessant. Kirsten Mensch weiter: „Die Konferenz ‚Im Alter wohnen – Neues wagen‘ will durch die gezeigte Vielfalt Mut machen, auch mal unkonventionelle Wege zu gehen – zum Beispiel beim Wohnen in der Alten-WG.“ Im Blickpunkt der Konferenz stünden bewusst Projekte, „bei denen mehrere Interessengruppen voneinander profitieren können.“ Generell gehe es darum, den „Dialog zwischen Gesellschaftswissenschaften und der Praxis zu fördern.“
Während der 1. Konferenztag (Freitag, 8. September) den Experten vorbehalten ist und von Oberbürgermeister Walter Hoffmann eröffnet wird, wendet sich der zweite Tagungstag (Samstag, 9. September) bewusst an die Darmstädter Bürgerschaft. Im Blickpunkt dieses öffentlichen Tags stehen u.a. Möglichkeiten des Seniorenwohnens in Darmstadt, Finanzierungsmöglichkeiten, aber auch Themen wie die ambulant betreute Wohngemeinschaft in Arheilgen.
Weitere Infos online unter:
www.neueswagen-schaderstiftung.de.
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Will bei der Altenhilfe neue Wege wagen: Darmstadts Sozialdezernent Wolfgang Glenz.
Foto: dafacto (FRE)
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