dafacto: Kunst und Kultur



Nachts in Darmstadt

Lesung zum Buch heute ab 19:30 Uhr im Jazzinstitut


Nachts in Darmstadt

Fällt auch im Buchregal auf - Das Projekt "Nachts in Darmstadt"
Foto: Verlag

Das „Abendlied“ von Matthias Claudius soll 1776 in Darmstadt am Schnampelweg (nahe dem Botanischen Garten) entstanden sein. Die Textzeilen "Der Mond ist aufgegangen, die goldnen Sternlein prangen, am Himmel hell und klar." haben seither unzählige Generationen von Kindern in den Schlaf begleitet. Wer behauptet, Darmstadt könne keinen Beitrag zum Nachtleben leisten, liegt also schon historisch falsch. Dass Darmstadt bei Nacht spannend, aufregend und widersprüchlich sein kann, beweisst nun ein studentisches Buchprojekt aus dem Umfeld der Hochschule Darmstadt (h_da).

Darmstadt hat sich in den letzten Jahren zu einer Partystadt gemausert. Das ist in den Nachbarstädten des Rhein-Main-Gebiets längst kein Geheimnis mehr. „Nachts in Darmstadt“ bleibt thematisch aber keineswegs in der Clubszene stecken. Das Projekt „durchleuchtet“ die nächtliche Wissenschaftsstadt, erzählt von Bekanntem, verblüfft aber selbst den altgediente Heiner mit Blicken auf und durch seine Stadt, mit denen man so nicht gerechnet hätte. Dass die Texte auch Ecken und Kanten haben – und manchmal anecken wollen – gehört zu einem studentisch geprägten Projekt wie das Salz zur Suppe. Langweilig ist es „Nachts in Darmstadt“ jedenfalls nie.

Das Buch ist ein Semesterprojekt des vierten Semesters Onlinejournalismus der h_da. Das Besondere daran: Neben klassischen journalistischen Textformen finden auch Lyrik, Prosa, Comic und originelle Fotografie ihren Platz. Beteiligt waren Journalismus-Studenten und freie Autoren. Ausgewählte Reportagen, Portraits und Gedichte wurden mit Audio- oder Videobeiträgen verbunden, um die Geschichten des Buches online auf der Interseite nachtsindarmstadt.de fortzusetzen.

Real vorgetragen werden die Texte heute (30.7.)– nicht etwa zu nächtlicher Stunde, sondern ab dem frühen Abend. Um 19:30 Uhr beginnt eine Lesung im Jazzinstitut. Der Eintritt mit Begrüßungs-Aperitif beträgt 5 Euro. Abgerundet von musikalischen Klängen werden die Vorleser ihre Gäste mit auf eine Reise durch die Darmstädter Nacht nehmen. Vom ewigen Tag in der Partnerstadt Trondheim bis in die dunkle Wohnung einer Lichtallergikerin. Auch Gastautoren nehmen teil. So werden auch der Krimi-Autor Christian Gude und der Poetry-Slammer Tilman Döring anwesend sein.

Gefördert wurde „Nachts in Darmstadt“ unter anderm vom Darmstädter Förderkreis Kultur e.V..
Wen es nicht ins Jazzinstitut zieht, kann das Werk im lokalen Buchhandel erwerben. Die Website zum Buch informiert auch über die Verkaufsstellen.

 


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