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"Im Herbst fangen wir an" Christiane Schär ist zuversichtlich: Ab September startet in Darmstadt die erste freie Montessori-Schule mit einer altersgemischten Gruppe
"Hilf mir, es selbst zu tun!" - dies ist der Grundsatz von Maria Montessori. Nach der von ihr begründeten Pädagogik entscheiden Kinder frei wie, mit was, wo und mit wem sie lernen. "Nur eine Pädagogik, die sich am Kind orientiert, lässt ein selbständiges und selbst tätiges Lernen zu, das Kindern ermöglicht, alle notwendigen Kompetenzen für ein selbst bestimmtes Lebens zu erlangen", sagt Christiane Schär. Für sie ist klar, ihr Sohn Moritz (5) soll die erste Darmstädter Montessori-Schule besuchen, die im September starten wird. Der Gründungsverein, dem sie vorsteht, hat eine Bleibe in der Bismarckstraße gefunden, 16 Anmeldungen für September liegen bereits vor. Laut Schuldezernentin Daniela Wagner ist die Montessori-Schule "eine tolle Bereicherung für unsere Bildungslandschaft":
"Wir hätten gerne eine Bleibe in Bessungen gehabt", erzählt Christiane Schär. Sie und andere Mütter, deren Kinder den Bessunger Waldkindergarten besucht haben oder noch besuchen, haben vor drei Jahren den Montessori-Förderverein gegründet. "Zuerst haben wir uns nicht getraut, eine private Schule aufzumachen", erzählt sie weiter. Und so war das erste Ziel, in Darmstadt eine bestehende Grundschule zu finden, die einen Montessori-Zweig einrichten will und diese Schule dabei zu unterstützen. Gefunden wurde die Ludwig-Schwamb-Schule in Darmstadt-Eberstadt. Gabi Paul vom Montessori-Vorstand unterstützt die Schule seit dem Schuljahr 2004/2005 bei der Integration der Montessori-Pädagogik im Unterricht, unter anderem mit speziellen Montessori-Materialien und Fortbildungskursen für die Pädagogen.
"Die Montessori-Schule ist eine tolle Bereicherung für unsere Bildungslandschaft", sagt Schuldezernentin Daniela Wagner und dankt den aktiven Gründungsmitgliedern für ihr Engagement. Sie bescheinigt der Montessori-Pädagogik: "Sie kommt den erforderlichen Konsequenzen aus den PISA-Studien am allernächsten." Zur Unterstützung des Montessori-Fördervereins appelliert sie an die Hessische Landesregierung "verbindlich gesetzlich zu regeln, dass auch die Gastschulbeiträge in voller Höhe ausgezahlt werden" - bisher wird für Schulen in freier Trägerschaft nur der halbe Satz gezahlt. Die Landesarbeitsgemeinschaft der insgesamt über 180 freien Schulen in Hessen (AGFS)geht davon aus, dass die hessischen Kommunen und Landkreise dadurch jährlich etwa 100 Millionen Euro sparen - oder: rund 2000 Euro pro Schüler und Jahr. "Dies ist total ungerecht", urteilt Daniela Wagner, "und führt zu der Selbstausbeutung der freien Trägervereine".
Die Montessori-Fördergemeinschaft ist eine Initiative von Eltern und besteht seit März 2003. Sie informiert über ihr Projekt unter den Telefonnummern 969668 oder 293220. Im März will der Vorstand weitere Aufnahmegespräche führen. Den Schulbetrieb ermöglichen die Eltern mit monatlich 220 Euro - Geschwisterkinder zahlen weniger. Am Samstag (25.) bietet der Verein ein Eltern-Info-Forum an. In der Bessunger Knabenschule können sich Besucher, die sich mit dem Gedanken tragen, ihr Kind im Herbst für die Montessori-Schule anzumelden dort von 14 bis 19 Uhr mit der Montessori-Pädagogik näher auseinandersetzen. Vorstandsmitglieder und Pädagogen bieten Vorträge an, zeigen die Materialien und informieren. Themen sind unter anderem: Wie funktioniert Lernen ohne Zwang? Was sind die Aufgaben der Lernbegleiter? Um Anmeldung wird gebeten unter info@montessori-darmstadt.de. Weitere Infos auch zur Montessori-Pädagogik unter www.montessori-darmstadt.de |
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